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Die häufigsten Wurminfektionen werden in Deutschland durch sogenannte Oxyuren (Madenwürmer) verursacht. Diese Würmer können heftigen Juckreiz im Analbereich, Bauchschmerzen und Durchfälle verursachen. Die Infektion mit Madenwürmern ist unangenehm aber nicht gefährlich. In der wissenschaftlichen Literatur wird dem Befall mit diesen Würmern auch eine Schutzwirkung gegen allergische Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen des Darmes zugesprochen. Insofern ist es sogar günstig, wenn der Wurm einige Zeit vorhanden ist und das Immunsystem aktiviert.

Der einzige Wirt dieses ca. 1 cm langen Wurms ist der Mensch. Die Würmer befinden sich im Enddarm, wandern nachts durch die Analöffnung in die Perianalregion, um dort ihre Eier abzulegen. Aus diesen entstehen innerhalb weniger Stunden infektionsfähige Larven. Der heftige durch diese Eiablage ausgelöste Juckreiz führt zu Kratzen. Dabei gelangen viele Eier unter die Fingernägel, haften aber auch an Schlafanzug, Unter- oder Bettwäsche. Durch diese Eier können dann nicht nur andere infiziert werden sondern im Sinne einer Autoinfektion kann man sich auch selbst immer wieder infizieren. Daher ist es für einen Behandlungserfolg neben den medikamentösen Maßnahmen entscheidend gewisse hygienische Verhaltensregeln einzuhalten: 1. das Tragen von Unterwäsche auch nachts, die getrennt von der restlichen Kleidung in einem Eimer gesammelt wird und dann direkt in der Waschmaschine zum Auskochen landet. 2. morgendliche Reinigung des Analbereichs z.B. mit Feuchttüchern in den vier Wochen nach der ersten Behandlung. 3. Konsequentes Händewaschen und Bürsten der Fingernägel nach jedem Toilettengang. 4. Wechsel der Bettwäsche und Handtücher nach der ersten Behandlung, ggf. müssen auch Stofftiere gewaschen werden.

Feststellen kann man den Wurmbefall am besten durch ein Klebestreifen-Abklatsch-Präparat. Dabei wird ein transparenter Klebestreifen (Tesa) morgens vor dem Waschen auf die Region um den Darmausgang gedrückt, wieder abgezogen und auf einen Objektträger (kleine Glasplatte, entweder in der Apotheke oder bei mir in der Praxis erhältlich) aufgedrückt. Im Mikroskop können bei einem Befall dann die typischen Eier gesehen werden. Wichtig ist, daß auch asymptomatische Familienmitglieder mituntersucht werden um ein Kreisen der Infektion innerhalb der Familie zu vermeiden.

Schulmedizinisch kann mit Wurmmitteln wie Molevac, Helmex oder Vermox behandelt werden. Es sollte im Abstand von 3-4 Wochen eine Therapiekontrolle durch ein erneutes Klebestreifen-Abklatsch-Präparat erfolgen. Oft ist es notwendig die Behandlung nach 3 bzw. 4 Wochen nocheinmal zu wiederholen, da die Wurmmittel zwar gegen die erwachsenen Würmer gut wirken, nicht aber gegen Larven und Eier. Wenn man keine Behandlung mit chemischen Wurmmitteln möchte können alternativ anthroposophische Medikamente (Aquilinum comp., Digestodoron, etc.) weiterhelfen. Zudem ist es möglich mit Rohkosttagen die Wurmbelastung zu reduzieren.